Virtuelles Wasser

Virtuelles Wasser – auch noch nie gehör? Dabei gibt es bei google schon über 400.000 Seiten zu dem Begriff „Virtuelles Wasser“. Erfunden wurde der Begriff in der Mitte der 90er Jahre von Anthony Allan. Jedes Jahr während der Weltwasserwoche verleiht König Carl Gustav von Schweden den „Stockholmer Wasserpreis“, der mit 150.000 US Dollar dotiert ist. Athony Allan erhielt diesen Preis im Jahr 2008.
Was bedeutet nun dieser Begriff:
Virtuelles Wasser ist die Menge Wasser, die in einem Produkt enthalten ist beziehungsweise zu seiner Fertigung verbraucht oder verschmutzt wurde.

Wenn man also bisher der Meinung war, dass man mit seinem Wasser sparsam umgegangen ist, weil man ja beim Zähneputzen den Wasserhahn ausdreht oder sogar nur die Spartaste bei der Toilettenspülung verwendet, erfährt nun, dass er trotzdem sehr viel Wasser verbraucht, nämlich virtuelles Wasser. Bei jedem Produktionsprozess wird Wasser verbraucht, was uns Verbrauchern dann wieder als virtuelles Wasser zugeschrieben wird. So kommt es, dass der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschlands Haushalten pro Tag und pro Einwohner nicht 130 Liter sind sondern 4000 Liter incl. dem virtuellen Wasser.

Ein Beispiel:
Für 1 Tasse Kaffe werden hier 140 Liter virtuelles Wasser veranschlagt. Wasser wird für den Anbau der Bohnen benötigt, deren Sträucher erst nach drei bis fünf Jahren Früchte tragen. Um 1 Kilo Kaffee herzustellen werden 21.000 Liter echtes Wasser benötigt. 7 Gramm Kaffeeplulver = 140 Liter Wasser.

Weitere Tabelle für virtuelles Wasser:
1 Ei = 200 l Wasser
1 l Bier = 300 l Wasser
1 kg Äpfel = 700 l Wasser
1 l Milch = 1000 l Wasser
1 kg Käse = 5000 l Wasser
1 kg Kartoffelchips = 4500 l Wasser
1 kg Schweinefleisch = 4800 l Wasser
1 kg Rindfleisch = 15.000 l Wasser

Dass Pflanzen zum Wachstum Wasser benötigen ist normal, es stellt sich in dem Bericht, aus dem ich hier zitiere, allerdings die Frage, wo ist dann der Anbau am essizientesten?
Für Fleisch wird am meisten Wasser benötigt, weshalb man sagen kann, dass Vegetarier statt 4000 l nur 2800 l virtuelles Wasser verbrauchen.
Der Aufruf von Andreas Grohmann, dem ehemaligen Leiter der Trinkwasserkommission heißt demnach, wenn jeder Mensch pro Jahr nur 1 Steak weniger isst, spart er dadurch mehr Wasser ein, als wenn er Regenwasser im Haushalt nutzt.

Ein komplexes Thema, das virtuelle Wasser

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