Geschichte des Dresnder Christstollens

Der Dresdner Christstollen im Wandel der Zeit.

Ich habe heute zum Frühstück genüsslich ein Stück Dresnder Christstollen gegessen. Einfach herrlich. Vor einigen Jahren habe ich mich schon mal mit der Herkunft dieses wundervollen Gebäcks befasst. Damals musste ich allerdings noch in Büchereien stöbern. Wie viel einfacher ist das heute im Zeitalter des Internet.

In allen Berichten, die ich gefunden habe, sind sich die Historiker einige, dass der Christstollen auf jeden Fall 700 Jahre alt ist. Die erste Erwähnung scheint im Jahr 1329 gewesen zu sein, hieß damals Christbrot. Es gibt eine Rechnung aus diesem Jahr vom Bartholomäus Hospital an den Dresdner Hof. Der Stollen schmeckte aufgrund der fehlenden Butter damals richtig fad, weil die Kirche die Verwendung von Butter verbot. Es handelte sich ja schließlich um ein Fastengebäck.

1450 baten zwei sächsische Kurfürsten den damaligen Papst um Lockerung dieses Dogmas und es dauerte tatächlich 40 Jahre, bis dieses Butterverbot von Papst Innocenz VIII endlich aufgehoben wurde. Allerdings musste als Buße dafür ein Buttergeld bezahlt werden.

Vom 16. Jahrhundert bis zum Untergang der Monarchie 1918 waren die Dresdner Bäcker dem Oberhaupt der albertinischen Wettiner auf besondere Art und Weise zinspflichtig. Acht Meister und Gesellen brachten dem König am zweiten Weihnachtsfeiertag zwei Stollen von 1,50 Meter Länge und 36 Pfund Gewicht.

Berühmtheit erlangte der Dresdner Christstollen aber erst durch seine einzigartige Qualität, insbesondere durch die Verarbeitung hochwertiger Zutaten.

Die sogenannte „Dresdner Backzunft“ ist noch heute Förderer und Bewahrer des „Original Dresdner Christstollen“. So haben sich 1990 alle interessierten gewerblichen Hersteller von „Dresdner Stollen“ zu einer gemeinsamen Interessenvertretung, dem „Dresdner Stollen Schutzverband e.V.“ zusammengeschlossen. Dieser Verband garantiert dem Verbraucher durch ein Qualitätszertifikat, ein goldenes, ovales Siegel mit betriebsindividueller Kennzeichnung und dem Text: „Dresdner Stollen Schutzverband e.V.“, die gleich bleibende Qualität der Dresdner Stollen.
Der Verband kontrolliert die Qualität der Dresdner Stollen bei den Herstellern und vergibt Urkunden mit der Berechtigung, die Stollen mit der Siegelmarke zu kennzeichnen.
Es ist auch genau festgelegt, welche Zutaten in welcher Menge enthalten sein müssen.

Also können wir alle davon ausgehen, dass der Dresdner Christstollen auch in Zukunft jedes Jahr gleich gut schmeckt.

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