Fertiggericht

Fertiggericht – nein, denn es geht auch ohne.

Wer jetzt schon nach diesen wenigen Artikeln hier im Blog glaubt, man könne ja eigentlich gar nichts mehr essen…… Ja, dem muss man rechtgeben. Rechtgeben in Bezug auf das, was Sie vermutlich bisher gegessen haben.
Für diejenigen unter Ihnen, die sich gerne gesund ernähren möchten, aber glauben, es geht nicht ohne Fertiggericht & Co. habe ich hier einen Artikel zum Lesen. Der Autor hat mir seine Erlaubnis gegeben, den Text zu kopieren und zu veröffentlichen, um Ihnen Mut zu machen. Ein ganz normaler Mensch, der er geschafft hat.

Hier ein Auszug aus seinem Erlebnisbericht.

Ein Jahr ohne McFress – 1 Jahr ohne Fertiggericht:
Ja, wenn ich mal in mich hineinhorche und die Essenserlebnisse des letzten Jahres Revue passieren lasse, fühlt es sich echt fast so an wie ein Geburtstag. Denn heute vor einem Jahr wurde der wirklich konsequente LukUHLus geboren. Dank diesem miesen Fraß mit dem irreführenden Namen „Schmankerl-Salat“, den man mir in diesem FastFood-Tempel an diesem Tag vorgesetzt hat und der einfach ein Schlag, nein ein mit Steigeisen bewehrter Fußtritt in das Gesicht jedes wirklichen Schmankerl-Herstellers war/ist, hatte ich endlich die Überzeugung, die Kraft und den eisernen Willen, meine in den Vormonaten gereiften, ernährungstechnischen Prinzipien von diesem Tag an tatsächlich konsequent umzusetzen.

Seit einem Jahr kein McDonalds. Seit einem Jahr kein Burger King. Seit einem Jahr kein Subway-Sandwich. Seit einem Jahr keine Packerlsosse. Seit einem Jahr keine Tütensuppe. Seit einem Jahr kein Maggi Fix und Konsorten. Seit einem Jahr kein einziges lebensmittelchemisches Helferchen in meiner Küche. Seit einem Jahr keine Tiefkühlpizza. Seit einem Jahr kein Tankstellen-Fressbausatz. Seit einem Jahr kein Supermarkt-Fleisch. Seit einem Jahr kein Supermarkt-Gemüse. Seit einem Jahr kein Fast Food. Seit einem Jahr keine Fertiggericht….

…Ich bin mir sicher, daß ich allein durch dieses geänderte Verhalten etliche Doppelzentner CO2 eingespart habe. Ganz zu schweigen von der Tatsache, daß ich mich gesunder und fitter fühle als je zuvor. Und das wohl auch bin, wie die Tatsache zeigt, daß ich seitdem nur einmal erkältet war, was so in etwa 300% weniger ist als der Rest meiner Arbeitskollegen so im Schnitt krank war. Und dass ich heute trotz des Zuwachses in den letzten Wochen angenehmerweise auch immer noch rund 10kg weniger wiege als vor einem Jahr.

Und weil ich diese Frage immer wieder gestellt bekomme: ist das nicht ein herber Preis, den ich da zahle? Ich muss deutlicher mehr Zeit für den Einkauf aufwenden. Ich muss mehr vorausplanen, wann ich was kochen möchte. Ich muss mich mit dem Saisonkalender für Gemüse auskennen. Ich muss mich mit so „fremden“ Gemüse wie Kürbissen, Pastinaken, Rüben, Süßkartoffeln oder dergleichen auseinandersetzen und lernen, damit umzugehen und ihre Eigenheiten geschmacklich bestmöglich einzubringen. Ich muss mich ins Fleisch einarbeiten, um mehr und mehr Gespür dafür zu entwickeln, welches Fleisch ich wofür am besten brauchen bzw. umgekehrt, wie ich ein gegebenes Stück Fleisch am besten zu Geltung bringen kann. Ich muss das ganze Zeug auch noch selber abwaschen, schneiden, vorbereiten und kochen. Ich muss selber für die „richtige“ Würzung sorgen. Ich muss manchmal mit Essen zurechtkommen, das mir diesmal nicht wirklich gelungen ist. Ich muss LERNEN!

Fertiggericht – nein danke.

Mir ekelt richtiggehend bei dem Gedanken an so eine fade Nullachtfuffzehn-Tiefkühlpizza, die ohne jegliches Gefühl von Maschinen und Robotern (auch und gerade menschlichen – wer einmal eine Doku über unsere Lebensmittelfabriken gesehen hat, der weiß, daß man dort am Fließband echt kein Hirn braucht und es daher garantiert bald abschaltet, d.h. zum Roboter wird) lieblos zusammenmontiert wurde und die von der Konsistenz und dem Geschmack her rein gar nichts mit einer richtigen Pizza zu tun hat. Oder an eine Fertiglasagne mit eklig-lappigen Fleischeinlagen aus fraglicher Herkunft und mit noch viel fraglicherem (Un-)Geschmack. Oder das, was McDonalds mir da vor einem Jahr allen Ernstes als „Schmankerl“-Salat hingestellt hat.

Nein. Diese Zeiten sind echt vorbei. Das ist eine Welt, in die ich nicht mehr passe.

MEINE Zeit ist gekommen. Die Zeit MEINES guten Gewissens auf diesem Planeten. Die Zeit MEINES Genusses. Die Zeit MEINER Befriedigung, die mich eigentlich jedes mal überkommt, wenn mir etwas VON MIR selbstgemachtes den Gaumen schmeichelt. Wenn ich daran denke, wie ich die ganzen Zutaten dafür frisch vom Markt oder vom Metzger gekauft habe. Wie ich diese dann gewaschen, geschnitten oder sonstwie vorbereitet habe. Wie dabei bereits die Aromen in meine Nase steigen und meinen Magen wie ein richtig langes Vorspiel auf den schon fast erotisch-sinnlichen Akt des eigentlichen Essens vorbereiten. Wie das richtig schön scharfe Messer durch das Gemüse und das Fleisch glitt wie durch Butter. Wie die Fingerfertigkeit beim Schnibbeln, stifteln, würfeln, filetieren und überhaupt in diesem einen Jahr zugenommen hat. Wie es plötzlich überhaupt keine Magie mehr ist, eine Zwiebel mit einem großen Messer in kurzer Zeit in 2x2mm kleine Stücke zu hacken. Oder ein dickes Stück Fleisch in hauchdünne Scheiben zu zerlegen. Oder einen Pfannkuchen in der Pfanne mit einem Schlenker aus dem Handgelenk umzudrehen. Oder generell fast keinen Pfannenwender mehr zu brauchen, weil man irgendwann fast alles aus dem Handgelenk kann oder höchstens mal einen Löffel und einen Finger zu Hilfe nehmen muss. Wie plötzlich selbst so etwas hochtrabend klingendes wie Mousse Au Chocolat oder Beef Wellington oder selbstgemachtes Eis keine Zauberei sondern schlicht erlerntes Handwerk mit ein bisschen antrainiertem Fingerspitzengefühl und natürlich einfach angewandter Geschmackssinn ist.

Alsdenn – ich weiß, daß vielen von Euch die Faulheit einfach zu sehr im Nacken sitzt und manchem das Essen vielleicht auch überhaupt gar nicht so wichtig ist, als daß er Gefallen an dem Gedanken ans selber kochen finden würde. Aber ich würde mich dennoch freuen, wenn sich vielleicht der (bzw. die) eine oder andere durch meine positive Erfahrung des letzten Jahres anstecken lässt, sich Gedanken über seine (bzw. ihre) Ernährung macht und es wie ich einfach einmal ausprobiert. Niemand, der die ersten Schritte in diese Richtung getan hat, wird es bereuen, glaubt mir!

Das war der Bericht von Markus Uhl. Ich danke ihm dafür, dass er uns an diesem Erlebnis „Ein Jahr ohne Fertiggericht & Co“ teilhaben lässt.

Ich hoffe, dass ganz Viele von Euch über das Gelesene nachdenken und überlegen, ob sie nicht etwas an ihrer Lebens- und Essenseinstellung verändern wollen.
Anlässe dazu werde ich noch genug bieten, denn wir essen sehr viel Schrott. Darüber werde ich noch viel schreiben.

Sie sehen es an dem Erlebnisberich: Es geht ohne Fertiggericht.

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